Sozialberatung von A - Z

Werkstudentenprivileg

Werkstudentenprivileg – mehr als geringfügige Beschäftigung

Im Rahmen des sogenannten "Werkstudentenprivilegs" besteht für "ordentlich Studierende" Versicherungsfreiheit in der Kranken- Pflege- und Arbeitslosenversicherung, auch wenn sie regelmäßig mehr als 450 Euro verdienen. Als ordentlich Studierende, die eine Beschäftigung neben dem Studium ausüben gilt – auch für Werkstudenten – die Rentenversicherungspflicht.

Ein „ordentliches Studium“ liegt vor, wenn der immatrikulierte Studierende während der Vorlesungszeit, unabhängig von der Höhe des Arbeitsentgelts, an nicht mehr als 20 Stunden in der Woche einer bezahlten Beschäftigung nachgeht.

Wird die Beschäftigung lediglich in der vorlesungsfreien Zeit (Semesterferien) auf mehr als 20 Stunden erhöht, so ist sie unabhängig von der Höhe des Arbeitsentgelts auch in dieser Zeit versicherungsfrei.

Die Studierenden haben auch die Möglichkeit, bis zu 3 Monaten bzw. 70 Arbeitstage eine befristete Beschäftigung während der Vorlesungszeit versicherungsfrei in der Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung auszuüben.

Studierende, die neben ihrem Studium eine Beschäftigung oder mehrere Beschäftigungen ausüben und hierfür insgesamt mehr als 20 Wochenstunden aufwenden, gehören ihrem Erscheinungsbild nach zu den Arbeitnehmern. Aber es kann Versicherungsfreiheit auch noch bei einer Wochenarbeitszeit von mehr als 20 Stunden bestehen, vorausgesetzt das Studium hat Vorrang und die Beschäftigung wird nur am Wochenende ausgeübt, oder es handelt sich vorwiegend um Abend- oder Nachtarbeit. Dies gilt jedoch nur, wenn im Jahr nicht mehr als 26 Wochen mehr als 20 Wochenstunden gearbeitet wird.

Achtung:
Bei Beurlaubung entfällt das Werkstudentenprivileg. Da das Studium in den Hintergrund tritt, geht man bei Arbeitsaufnahme vom normalen Arbeitnehmerstatus aus - also sozialversicherungspflichtig in allen Bereichen.
Eine Ausnahme: Nur geringfügige Beschäftigung während des Urlaubssemesters.


Die Gleitzone

Im Niedriglohnsektor zwischen 450,00 bis 850,00 Euro gilt die sogen. Gleitzone. Es besteht grundsätzlich Rentenversicherungspflicht. Die Studierenden zahlen je nach Höhe des Lohnes einen gestaffelten Rentenbeitrag bis max. 9,35 Prozent.


Der steuerliche Grundfreibetrag

Studierende, die mehr als geringfügig beschäftigt sind, sind steuerpflichtig. Im Rahmen der Einkommensteuerveranlagung kann man jedoch zu viel einbehaltene Lohnsteuer zurück erhalten. Der Grundfreibetrag 2017 beträgt 8.820 Euro. Hinzu gerechnet werden kann die Arbeitnehmerpauschale mit jährlich 1.000 Euro.

Wohngeld

Wohngeld ist ein Zuschuss zu den Aufwendungen für Wohnraum.

Nach dem Wohngeldgesetz § 20 Abs. 2 sind Studierende im Allgemeinen vom Wohngeldbezug ausgeschlossen, sofern ihnen „dem Grunde nach“ Leistungen nach dem BAföG zustehen, denn i.d.R. ist in den BAföG-Leistungen schon ein Mietkostenzuschuss enthalten. Unabhängig hiervon ist, ob diese Leistungen geltend gemacht werden bzw. tatsächlich Leistungen nach dem BAföG bezogen werden.

Nicht vom Wohngeld ausgeschlossen sind Studierende, wenn sie dem Grunde nach keinen Anspruch mehr auf Leistungen nach dem BAföG haben, z.B.

  • Überschreiten der BAföG-Altersgrenze ohne zureichenden Grund
  • Abbruch des Studiums
  • Fachrichtungswechsel
  • Überschreiten der Förderungshöchstdauer ohne einen anerkannten Grund
  • Wegfall der BAföG-Leistung wegen fehlender Leistungsnachweise
  • Kein Anspruch dem Grunde nach auf Studienabschlusshilfe

Weitere Voraussetzung:

  • der Wohnraum, für welchen Wohngeld beantragt wird, muss Mittelpunkt der Lebensbeziehung (z.B. Gründung eines eigenen Hausstandes, Heirat oder langjährige Partnerschaft) sein,
  • der Antragsteller muss Mieter oder Nutzungsberechtigter der Wohnung auf der Grundlage eines Miet- bzw. Nutzungsvertrages sein, diese tatsächlich selbst bewohnen und die Miete auch selbst entrichten, sowie ausreichendes Einkommen zur Bezahlung der Miete und zur Bestreitung des Lebensunterhaltes haben

Ausgeschlossen vom Wohngeld ist, wer bereits bestimmte Sozialleistungen wie z.B. Arbeitslosengeld II, Sozialgeld, Sozialhilfe oder Grundsicherungsleistungen bei Erwerbsminderung, erhält. Deren angemessene Unterkunftskosten werden schon im Rahmen der jeweiligen Sozialleistung berücksichtigt.

Wohngeldanspruch haben Studierende auch,

  • wenn sie mit vom Wohngeld ausgeschlossenen Haushaltsmitgliedern in einem Haushalt wohnen oder
  • verheiratete Paare, bei denen ein Haushaltsmitglied BAföG-Anspruch hat. Der im BAföG enthaltene Mietzuschuss wird dann abgezogen,
  • wenn sie mit einem Kind in einem Haushalt leben,
  • während der Urlaubssemester (z.B. wegen Schwangerschaft oder Kindererziehung)
  • wenn sie BAföG nur als Bankdarlehen erhalten.

Achtung: Da Wohngeld eine öffentliche Leistung ist und zur Sicherung des Lebensunterhaltes dient, ist es für ausländische Studenten problematisch diese Leistung zu beantragen, da dies den Regelungen des § 2 Abs. (3) Aufenthaltsgesetzes und damit einer evtl. Aufenthaltsverlängerung entgegen steht.

Antrag
Der Wohngeldantrag Formular „Angaben zur Miete“ sind auszufüllen und bei der Wohngeldstelle Fachbereich Arbeit und Soziales in R 1, 12, 68161 Mannheim einzureichen. Anträge gibt es auch im Internet und bei den Bürgerdiensten.

Bei Vorliegen der Voraussetzungen wird Wohngeld auf Antrag und ab Antragsmonat (Eingang bei der Wohngeldstelle) gewährt.

Die Höhe des Wohngeldes ist abhängig

  • von der Zahl der zu berücksichtigenden Haushaltsmitglieder,
  • vom Einkommen und
  • von der Höhe der zuschussfähigen Miete.

Tipp
Eltern, die Wohngeld bekommen, können für ihre Kinder auch Leistungen für Bildung und Teilhabe erhalten.

Wohngeldreform 2016

Ab 2016 gibt es mit der Wohngeldreform Verbesserungen für Menschen mit geringem Einkommen. Das Wohngeld wird an die Miet- und Einkommensentwicklung angepasst. Die Tabellenwerte werden erhöht, ebenso werden die Miethöchstbeträge angehoben und die Mietstufen werden in Abhängigkeit vom örtlichen Mietniveau neu festgelegt. Weitere Infos beim Fachbereich Arbeit und Soziales der Stadt Mannheim.