Sozialberatung von A - Z

Mehrlingsgeburtenprogramm

Das Land Baden-Württemberg unterstützt Eltern von Mehrlingskindern mit einem freiwilligen Zuschuss. Auf Antrag können die Eltern von Mehrlingskindern (ab Drillingen) einen einmaligen Zuschuss in Höhe von 1.700 Euro erhalten. Der Antrag kann bis zu 12 Monaten nach der Geburt gestellt werden. Der Zuschuss ist unabhängig vom Familieneinkommen.

Die in BW lebenden Eltern stellen den Antrag über die L-Bank BW. Diese Familienleistung gibt es für Geburten ab dem 01.01.2017.

Mindestlohn

Seit Januar 2015 gilt in Deutschland das neue Mindestlohngesetz (MiLoG). Damit haben Arbeitnehmer/innen Anspruch auf einen gesetzlich festgelegten Mindestlohn von mindestens 8,50 Euro pro Stunde. Auch Studierende, die neben dem Studium arbeiten oder ein bezahltes Praktikum absolvieren, können davon betroffen sein.

  • Für alle sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten wird der Mindestlohn eingeführt. Dies gilt auch für geringfügig Beschäftigte (die sogen. Minijobs) und kurzfristig Beschäftigte. Die Höhe des Mindestlohnes beträgt 8,84 Euro brutto je Stunde (ab 01.01.2017).
  • Die neuen Bestimmungen des Mindestlohngesetzes gelten auch für bereits bestehende Arbeitsverhältnisse. Übergangsregelungen gibt es nur für einige wenige Branchen und Tarifverträge. Also auch Studierende, die nebenbei arbeiten gelten als Arbeitnehmer, ebenso studentische Hilfskräfte an den Hochschulen.
  • Die Regelungen des MiLoG gelten nicht für selbständige Tätigkeit oder bei Werkverträgen. Sonderzahlungen (Prämien) oder besondere Zulagen (Sonn- und Feiertagszuschläge) werden nicht berücksichtigt als Entgeltbestandteil beim Mindestlohn.
  • Eine Sonderregelung betrifft die Praktikanten. Grundsätzlich gelten Praktikanten als Arbeitnehmer und damit gilt das Mindestlohngesetz. Jedoch unterscheidet der Gesetzgeber zwischen Praktikanten in Berufsausbildung – für diese gilt das MiLoG nicht – und Praktikanten außerhalb der Berufsausbildung.

    Bei einem Praktikum nach der Berufsausbildung oder nach dem Studium, das nicht der Berufsvorbereitung dient sondern bereits die berufliche Tätigkeit ist, gilt der Mindestlohn.
  • Der Mindestlohn gilt nicht:
    - für Praktikanten im Pflichtpraktikum im Rahmen des Studiums,
    - bei einem freiwilligen Orientierungspraktikum vor oder während des Studiums bis zu drei Monaten,
    - für ein freiwilliges, studienbegleitendes Praktikum bis zu drei Monaten
  • Für Praktika, die mehr als drei Monate dauern oder nach dem Studium absolviert werden, gilt der Mindestlohn.

Mutter-Kind-Kur

Stationäre Maßnahmen zur Vorsorge und Rehabilitation von Müttern und Vätern sind Pflichtleistungen der Krankenkassen. Sie müssen bewilligt werden, wenn sie medizinisch notwendig sind.

Studium, Familie und Finanzierung - eine Mehrfachbelastung, die vollen Einsatz fordert. Derartige Belastungen und Überforderungen führen häufig zu schweren Erschöpfungszuständen und gesundheitlichen Störungen. Durch stationäre Maßnahmen kann Abhilfe geschaffen werden.

In mehrwöchigen Mütter-Kuren, Vater-Kind oder Mutter-Kind-Kuren werden die notwendigen medizinischen Maßnahmen und Betreuung durchgeführt.

Mutterschaftsgeld

Mutterschaftsgeld wird von den gesetzlichen Krankenkassen während der Schutzfristen ( 6 Wochen vor und 8 Wochen nach der Geburt) gezahlt.

Anspruch besteht für weibliche Mitglieder einer gesetzlichen Krankenkasse, die

  • bei Arbeitsunfähigkeit Anspruch auf Krankengeld haben (z. B. Arbeitnehmerinnen) oder die
  • wegen der Schutzfristen (6 Wochen vor und 8 bzw. 12 Wochen nach der Entbindung) kein Arbeitsentgelt erhalten.

So können beispielsweise Studentinnen, die selbst Mitglied in der Krankenversicherung sind und die neben dem Studium in einem versicherungsfreien Arbeitsverhältnis (geringfügige Beschäftigung) stehen, Mutterschaftsgeld von der Krankenkasse erhalten.

Das Mutterschaftsgeld für Frauen, die in einem Arbeitsverhältnis stehen, berechnet sich aus dem Nettoverdienst der letzten 3 abgerechneten Monate vor Beginn der Schutzfrist und beträgt maximal 13 Euro pro Kalendertag. War der Nettoverdienst auf den Tag umgerechnet höher als 13 Euro, zahlt der Arbeitgeber die Differenz (Arbeitgeberzuschuss) als Zuschuss zum Mutterschaftsgeld.

Achtung: Beim Elterngeld wird das Mutterschaftsgeld einschließlich des Arbeitgeberzuschusses angerechnet.

Bei Frauen, die nicht in einem Arbeitsverhältnis stehen, jedoch mit Anspruch auf Krankengeld versichert sind (z.B. Arbeitslosengeldbezieherinnen oder Selbständige), wird als Mutterschaftsgeld der Krankengeldbetrag gezahlt. Antrag und weitere Informationen bei der Krankenkasse.

Frauen, die nicht Mitglied einer gesetzlichen Krankenkasse sind, die aber familienversichert sind und nebenbei in einem versicherungsfreien Arbeitsverhältnis stehen, erhalten Mutterschaftsgeld vom Bundesversicherungsamt. Es beträgt insgesamt maximal 210 Euro. Der Antrag wird beim Bundesversicherungsamt gestellt (Friedrich-Ebert-Allee 38, 53113 Bonn, Tel.:0228/ 619-1888 ). Antragsunterlagen im Internet: www.bva.de.Den Arbeitgeberzuschuss gibt es auch für diese Gruppe der Versicherten.

Tipp:
Das Mutterschaftsgeld vom Bundesversicherungsamt wird nicht auf das Elterngeld angerechnet!